Zukunft braucht Miteinander

Kommunalwahl 2020

Bei der Kommunalwahl 2020 war es in unserer 112-jährigen Geschichte zum ersten Mal endlich soweit: Die SPD stellt den 1. Bürgermeister für die Amtszeit 2020 bis 2026.
Hans Lang legte bei der Bürgermeisterwahl mit 74 % der Stimmen einen fulminanten Wahlsieg hin.


Hans führte als Kapitän die Kandidaten*innen mit einem intensiven Wahlkampf zu einem tollen Wahlergebnis. Unser Wunsch, 5 Gemeinderatsmandate zu erringen, ging in Erfüllung. Zu 2014 konnten wir unser schon damals gutes Ergebnis um 1,1 % auf 34,3 % steigern. Die Themen des Wahlkampfes und unsere sehr gelungene Broschüre, an der das ganze Team beteiligt war, führten zu diesem Ergebnis. Unsere hervorragend besetzte Liste trug mit zum Wahlerfolg bei.
Unsere etablierten Gemeinderäte Isolde Künstler, Martina Ott und Thorsten Kuhrt haben ihr Mandat bestätigt. Neu für die SPD ist im Gremium Julia Necker, meine Tochter, und nach 10 Jahren Pause sitze auch ich wieder für die SPD im Gemeinderat.
Was mich als Ortsvereinsvorsitzender besonders glücklich macht, sind Frauen in der Politik. In unserer Gemeinderatsfraktion sind Frauen mit einem Anteil von 60 % vertreten. In welcher Gemeinde gibt es das?
Die z. Zt. desaströse Außendarstellung der Bundes- und Bayern-SPD nahm zum Glück keinen Einfluss auf unser Dorf.
Wir bedanken uns bei allen Wählern*innen für das große Vertrauen. Wir werden mit dem geschenkten Vertrauen sorgsam umgehen und die Herausforderung annehmen.
Ich persönlich freue mich auf die Arbeit im Gemeinderat in den nächsten 6 Jahren mit unserem 1. Bürgermeister Hans Lang.
Einen kleinen Wermutstropfen gab es bei der Kreistagswahl: Wir mussten die CSU und „die Grünen“ vorbeiziehen lassen und belegten nur den 3. Platz mit 19,3 %.
Der Landratskandidat der SPD, Alexander Majaru, konnte nur 9,4 % der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Dies war wohl seiner Jugend, seinem geringen Bekanntheitsgrad und seinen nicht immer überzeugenden Wahlauftritten geschuldet.
Von Hans-Dieter Necker


Unsere Gemeinderäte*innen sind in folgenden Ausschüssen vertreten:

Finanzausschuss: Isolde Künstler und Thorsten Kuhrt
Ausschuss für Bauen, Wohnen und Dorfentwicklung: Martina Ott und Thorsten Kuhrt
Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr: Julia Necker, Hans Lang und Hans-Dieter Necker
Rechnungsprüfungsausschuss: Martina Ott und Julia Necker

Folgende Referate werden von der SPD/Parteifrei besetzt:

Partnerschaft mit Freunden: Julia Necker
Sport- und Vereinsangelegenheiten: Thorsten Kuhrt
Digitalisierung und Internetauftritt der Gemeinde: Thorsten Koch (GR-Kandidat Liste SPD/Parteifrei)
Straßen und Wege: Hans-Dieter Necker
Kindergarten: Martina Ott

Beauftragte:
Behinderte: Tobias Fiedler (GR-Kandidat Liste SPD/Parteifrei)
Fairtrade: Julia Necker

  • Hans Lang

    1. Bürgermeister, Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr

  • Isolde Künstler

    Gemeinderätin , Finanzausschuss

  • Thorsten Kuhrt

    Gemeinderat, Finanzausschuss, Ausschuss für Bauen, Wohnen und Dorfentwicklung, Referat Sport- und Vereinsangelegenheiten

  • Martina Ott

    Gemeinderätin, Ausschuss für Bauen, Wohnen und Dorfentwicklung, Rechnungsprüfungsausschuss

  • Hans-Dieter Necker

    Gemeinderat, Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr,  Referat Straßen und Wege

  • Julia Necker

    GemeinderätinAusschuss für Umwelt, Energie und Verkehr,  Rechnungsprüfungsausschuss, Referat Partnerschaft mit Freunden, Beauftragt Fairtrade

  • Thorsten Koch

    Referat Digitalisierung und Internetauftritt der Gemeinde

  • Tobias Fiedler

    Beauftrater Behinderte

 

Corona … in Iffeldorf und der ganzen Welt!

Normalerweise hören wir von extremen Katastrophen nur über die Medien, sehen Bilder davon im Fernsehen und Internet, aber sie sind weit entfernt von uns. Die Auswirkungen der Pandemie durch das Corona-Virus haben uns aber auch in Iffeldorf erfasst.
Einige Infektionen im Dorf sind glücklicherweise nicht so schwer verlaufen. Mit dem verhängten „Lockdown“ und den angeordneten Maßnahmen konnte sicher ein größeres Infektionsgeschehen in Iffeldorf verhindert werden. Die anfänglichen Versorgungsengpässe bei Nudeln, Klopapier und Hefe haben wir beinahe schon wieder vergessen.
Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass das sogenannte „Iffeldorfer Modell“ auch hier wieder funktioniert: Die Iffeldorfer sind kreativ und helfen zusammen wenn es notwendig ist. Darauf können wir stolz sein und dafür danken wir ihnen ganz besonders!
Ansprechpartner und Hilfsangebote durch das Rathaus wurden durch ein Flugblatt allen Bürgern angeboten.
Die ehrenamtlichen Helfer-innen der Nachbarschaftshilfe haben Einkaufs- und Fahrdienste für die Risikogruppe - ältere Mitbürger - angeboten und ausgeführt.
Zahlreiche Iffeldorfer haben zu Verwandten, Freunden und Nachbarn dauerhaften telefonischen Kontakt gehalten und bei Bedarf geholfen.
Bei der örtlichen Gastronomie konnte man sich durch ein anspruchsvolles Angebot mit feinen Speisen, sogar für Familienfestessen eindecken und beliefern lassen.
Mit dem Nähen von Mund- und Nasen – Masken durch viele fleißige Näherinnen wurden für die Nachbarschaftshilfe, Familie, Nachbarn und Freunden der erste Bedarf im Dorf gedeckt. Damit konnte man wieder einkaufen gehen und sich freier bewegen.
Die Natur hat uns in Iffeldorf trotzdem einen wunderbaren Frühling bereitet: wunderschöne Sonnentage, bunte Blumenwiesen und entspannte, ruhige Wochenenden zu Hause. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass die Menschen trotz aller Einschränkungen, Unsicherheiten und Belastungen in den Familien diese Herausforderungen sehr diszipliniert angenommen und das Beste daraus gemacht haben. Sogar den Ansturm durch die auswärtigen Besucher unseres schönen Osterseengebietes bewältigten wir fast durchwegs mit Ruhe und Besonnenheit. Es ist beruhigend zu wissen, dass bei Krisen der Zusammenhalt im Dorf gut funktioniert.
Geben Sie sich und den Mitmenschen mehr Raum, halten Sie Abstand und passen Sie auch in Zukunft weiterhin gut auf sich auf!

von Isolde Künstler

Wilhelm Hoegner

„Vater“ der Bayerischen Verfassung. Zum 40. Todestag am 5. März 1980

Der Münchner Rechtsanwalt Wilhelm Hoegner war Sozialdemokrat und Antifaschist. Von 1924 bis 1930 war er Landtagsabgeordneter für Mühldorf, Altötting und Burghausen, ab 1930 bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Er war einer von 93 SPD-Abgeordneten, die gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers stimmten.

Wilhelm Hoegner war promovierter Jurist und stieg in den 20er Jahren vom dritten zum ersten Staatsanwalt auf.
Am 1. April 1933 wurde Wilhelm Hoegner aus dem Staatsdienst entlassen. Im Juni 1933 gelang ihm die Flucht nach Tirol und anschließend ins Exil in die Schweiz. Bereits im Schweizer Exil sammelte er Material für eine künftige Bayerische Verfassung.
Nach Kriegsende kehrte er nach München zurück. Am 26. September 1945 ernannte ihn die amerikanische Besatzungsbehörde zum Ministerpräsidenten von Bayern und beauftragte ihn als Vorsitzender, für Bayern eine neue Verfassung zu erstellen. Es dauerte nicht lange bis die 140 Artikel vorlagen. Wilhelm Hoegner ist der Vater unserer Bayerischen Verfassung.
Auf Hoegner geht der Artikel 141, der sogenannte „Schwammerlparagraph“ zurück, in dem ein freier Zugang zur Natur garantiert wird. Die feste Institutionalisierung von Volksbegehren und Volksentscheid, die
Gleichstellung der Bekenntnis- und Gemeinschaftsschule sowie eine starke gemeindliche Selbstverwaltung sind in Hoegners Verfassung verankert.
Die zweite Regierung Hoegners, eine Viererkoalition, dauerte vom 28. November 1954 bis zum 8. Oktober 1957. In dieser Regierung verbesserte er die Ingenieursschulen und erhöhte die Stipendien für begabte Kinder kleiner Leute.
Der hochgeachtete Genosse Wilhelm Hoegner verstarb am 5. März 1980 mit 92 Jahren, eine Persönlichkeit, der wir Bayern*innen viel verdanken.

Ein sehr unterschätztes Tier

In einer Welt, in der wir scheinbar alles haben, ist das Frühstücksei die normalste Sache der Welt. Auf dem Weg „Zurück zur Natur“ kommt man aber an dem, auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden, Tierchen Huhn nicht vorbei.

Schon seine Produktreihe liest sich ähnlich wie die von Mercedes-Benz. Da gibt es eine S-Klasse, die M-Klasse und L-Klasse, bis hin zur XL-Oberklasse“. Dieses Produkt legt das Huhn fast täglich und das sind im Falle der XL-Oberklasse immerhin, ab 73g aufwärts. Dabei entfallen auf das „Gelbe vom Ei“ 30%, Eiweiß 60% und 10% Schale. Das Erzeugnis eines glücklichen Frühstücksei-Produzenten enthält auch, neben dem besseren Geschmack, ca. 30% mehr Vitamin D, gegenüber der Industrieware von „zamgrupftn“ Legebatterie- Sklavenhühnern. Vitamin D ist gut für Herz-Kreislauf und es unterstützt das Abnehmen. Bei einer Fütterung die nicht der Natur des Huhnes entspricht kann das Huhn auch seinen Unmut im Geschmack seines Frühstückproduktes wiedergeben. Wenn sein Futter nicht aus Mais, Weizen und Gerste, sondern aus 80% importiertem Soja und Sojaschrot oder gar Fischmehl besteht, hat das nicht nur globale Auswirkungen, sondern zieht auch regionale Geschmackskatastrophen am Frühstückstisch mit sich. Verkehrte Welt in der ein Huhn ein „Fischei“ produziert, das weder schmeckt noch der globalen Überfischung der Meere entgegenwirkt.
Gleiches gilt, wenn aus unserem Huhn ein Hendl wird. Mit was wird wohl ein Huhn 4 Wochen lang, bis zum Schlachten, gefüttert, das anschließend für 6,00 € mit Gewinn verkauft wird?
„Zurück zur Natur“ heißt auch regional kaufen. Das Ei oder das Hendl wird dann ein bisschen teurer sein, aber der bayerische Bauer Ihres Vertrauens, das Ei, das Huhn und die Region werden es Ihnen mit Geschmack und Qualität danken.
P.S.: Was für Ei und Huhn gilt, kann bei Tomate und Apfel nicht schaden.

von Michi Schröer

Das essbare Dorf

Kassel, Heidelberg, Freiburg und Andernach machen es vor. Wenn sich solche Initiativen in großen Städten umsetzen lassen, müssten sie in einer kleinen naturverbundenen Gemeinde wie die unsere ohne große Diskussionen umsetzbar sein.
Weg von einer wachstumsorientierten Gesellschaft und hin zu einer am Menschen orientierten Lebensweise. Gerade in Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach Bio und Produkten aus der Region. Was uns noch länger bleibt ist die Klimakrise. Warum also nicht auf diesen Zug aufspringen und auf Nachhaltigkeit setzen. Flächen sind im Gegensatz zu einer Stadt genug vorhanden. Mit den neuen Bienenwiesen ist ein erster Schritt in Richtung Naturschutz begonnen worden. Streuobstwiesen mit Baumpatenschaften und der Anbau
von Nutzpflanzen auf Gemeindeflächen wären ein weiterer Schritt zur Nachhaltigkeit. Kindergarten- oder Schulprojekte, wie wird aus einer grünen eine rote Paprika, wie entsteht aus einem Ei ein Huhn und das alles aktiv erleben. Warum eine Kartoffel aus Ägypten kaufen, wenn sie auch vor Ort wächst und damit noch CO2 sparen. Der soziale Zusammenhalt kann durch gemeinsames Ernten ebenfalls gestärkt werden.

von Matthias Züscher